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Zeitungsartikel aus dem Südkurier vom 31.08.2010:

Ganz nah dran an Kuh und Co.

50 Jahre Lärchenhof

Heiligenberg (as) In Scharen sind am Sonntag Besucher auf den Heiligenberger Lärchenhof gekommen, um einerseits im Rahmen des landesweiten „Tags der gläsernen Produktion“ hinter die Kulissen eines Landwirtschaftsbetriebs zu blicken, aber auch um mit der Landwirtsfamilie Sonntag das 50-jährige Bestehen des Aussiedlerhofs und die Einweihung des neuen Hofladens zu feiern.„Auch wenn man auf dem Land wohnt, kommt man heute ja nicht mehr alle Tage auf einen Bauernhof.“ Wie Luzia und Alfred Koester aus Salem-Beuren begründen auch andere Besucher, warum sie gekommen sind. Zudem hat der Lärchenhof mit seinen vielfältigen Betriebszweigen – Milchviehhaltung, Jungrinderaufzucht, Mastschweinehaltung, Legehennen, Käserei, Biogaserzeugung und jetzt auch einem Hofladen – einiges zu bieten.

Außerdem konnten sich die Besucher an einer Reihe von Ständen umliegender Betriebe oder Organisationen aus der Region über viele andere Dinge rund um die Landwirtschaft informieren. Beim Landwirt dufteten frische Gartenkräuter von Ananasminze bis Zitronenmelisse, am Stand von Linzgau-Korn, einem regionalen Partner-Projekt mit Landwirten und Bäckern, stieg der Duft von frischem Brot in die Nase, bei den Imkern war es der süßliche Geruch von Bienenwachskerzen.

 

Oldtimertraktoren reihten sich neben modernen, riesigen Landwirtschaftsmaschinen auf. Dieses Nebeneinander führt den Besuchern die stürmische Technisierung in der Landwirtschaft vor Augen. Auch die Biogasanlage des Lärchenhofs stößt auf großes Interesse. In einem kleinen Gebäude am Rande des Gehöfts donnern zwei mächtige Motoren. Sie arbeiten Tag und Nacht – 24 Stunden lang – und erzeugen aus der anfallenden Gülle, Gras und Silomais Strom und als Abfallprodukt Wärme zum Heizen.

Für die Kühe im Stall war es ein ungewohnt aufregender Tag. Zutraulich strecken sie den vielen Besuchern ihre Köpfe entgegen, machen sich mit einem lauten Muuuh bemerkbar, wenn sie gerne eine Handvoll Heu gereicht bekommen wollen. Vor allem von den kleinen Besuchern werden die schweren Vierbeiner verwöhnt. Am Ende des modernen Komfort-Laufstalls sind 14 Kisten Sprudel zu einer Pyramide aufgetürmt. Sie sollen eine optische Vorstellung davon vermitteln, was eine Kuh am Tag die Kehle hinunterrinnen lässt. Neben dem Stall lassen sich viele Kinder denn auch gleich für ein paar Groschen von Mama oder Oma ein Kuhgesicht verpassen. Einige Heiligenberger Mütter tingeln derzeit von Fest zu Fest, um mit ihrer Schminkkunst ein bisschen Geld für die Ausstattung des Heiligenberger Kinderspielplatzes zusammenzubekommen.

 

Begonnen hatte der Festtag mit einem Feldgottesdienst, musikalisch umrahmt von der Musikkapelle Wintersulgen. Pfarrer Volker Blaser musste sich ob der rund 500 Gläubigen, die er vor sich hatte, vorgekommen sein wie an Weihnachten. Nach dem Wettersegen begrüßte Hans Sonntag die Gäste und blickte auf jene Zeit zurück, in der der Lärchenhof von seinem Vater gebaut wurde. Es sei 1960 ein mutiger Schritt gewesen, aus dem Ortsetter auszusiedeln und anschließend ein steiniger Weg, den neuen Hof in einer Zeit, in der der Strukturwandel in der Landwirtschaft eingesetzt habe, weiterzuentwickeln. „Wir Heiligenberger sind stolz auf den Lärchenhof“, gratulierte Bürgermeister Frank Amann der Familie Sonntag zum goldenen Hofjubiläum. „Nichts könnte besser zu einem solchen Jubiläum und zur Einweihung eines neuen Hofladens passen als ein Tag der gläsernen Produktion“, meinte der CDU-Bundestagsabgeordnete Lothar Riebsamen und hatte für alle anwesenden Landwirte noch eine gute Botschaft parat. Dass im Rahmen der Sparorgie in der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung keinerlei Kürzungen vorgenommen würden, kam gut an.

Karl Fuchs, Leiter des Landwirtschaftsamtes, warb für den Verzehr regionaler Lebensmittelerzeugnisse. Hier wisse man nicht nur, was man isst und trinkt, sondern sichere auch die Existenz der heimischen Familienbetriebe, denen letztlich unsere schöne Kulturlandschaft zu verdanken sei. 85 Prozent der Fläche des Bodenseekreises würden von Landwirtschaft und Forst gepflegt.

 

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